Podcast

Autor:innen des Verlags und die Verlegerin unterhalten sich. Über alles, was so anfällt und uns einfällt. Vor allem aber natürlich über die Bücher und das Leben. Unser Podcast.

Mit dem irakischen Autor Kadhem Khanjar zwischen Babylons Erbe und Schengen

Der irakische Autor und Performer Kadhem Khanjar konnte mit einem Schengen-Visums(Danke, Schengen!) für seine Buchpremiere im Oktober 2019 nach Deutschland kommen. Wir haben das Gespräch mit ihm und seine Lesung in der Galerie fffriedrich in Frankfurt am Main auf Deutsch und Arabisch aus seinem Band Dieses Land gehört euch mitgeschnitten. Sandra Hetzl übersetzt, die Verlegerin stellt Fragen zu Messern. Denn: Messer sind keine Lösung. #dieseslandgehöreuch #claimyourcountry

Björn Kuhligk über Abgerocktes, Straßenfotografie und Buntstifte

„Das Kaputte, Abgerockte, Abgefuckte hat erstmal eine Hässlichkeit an sich“, findet der Lyriker Björn Kuhligk. Aber genau das funktioniert für ihn auch als „Stopper“, als auffälliger Hingucker. Und das ist schön. Er fotografiert in Hinterhöfen, auf Parkplätzen, menschenleere Orte, mit viel Zeit, ist zu Fuß unterwegs. Das Buch mit seiner skurrilen Smartphone-Straßenfotografie Schöne Orte ist im November 2019 erschienen und ein Muss für die LiebhaberInnen von menschenleeren Szenen.

Mit Sarah Khan in der Ostprignitz in ihrem Wundergarten: Schlüsselblumen, Biomasse


In Brandenburg, auf dem Land, sollte man nicht zu viel mit den Nachbarn sprechen. Das ist nicht so beliebt. Hat Sarah Khan mittlerweile herausgefunden. Aber man leistet Nachbarschaftshilfe und betreibt Tauschhandel: Hühnereier gegen Brombeeren zum Beispiel. Originelle Einblicke in ihre Erfahrungen mit der alten Schule in der Ostprignitz, die sie seit einigen Jahren besitzt und renoviert. Dazu Garten-Philosophie. Biomasse! Ungedüngte Flächen! Die Indianer und die Brennnessel. Mitschnitt einer Lesung und eines Gesprächs in der Blumentischlerei in Moabit, Bremer Str., einem zauberhaften Blumen- und Geschenkeladen und Café, wo das Buch Wochenendhaus nun natürlich auch erhältlich ist.

Mit Hussein Jinah und Sebastian Christ über Streetwork in Dresden und indisches Erbe von Gandhi bis Aryuveda


„Schick ihn nicht zu den Russen, da lernt er nur Kommunismus.“ Das sagt der indische Beamte zu Hussein Jinah, als er sich um ein Auslandsstipendium bewirbt. „Schick ihn in die DDR. Die Deutschen werden sich wieder vereinigen.“ Der indische Elektrotechniker und ehemalige Soldat kam Mitte der 1980er nach Sachsen. Er vermutet, dass er der erste war, der sich (wegen eines Missverständnisses) nackt an der Grenze auszog. Er berichtet, wie er sich in Dresden einlebte (Staatsbürgerkunde!), indisch für andere kochte und war der erste Anti-Pegida-Demonstrant. Er verrät, woher er die Energie nimmt, gegen den latenten Rassismus zu kämpfen (Gandhi, Yoga) und gibt einen Restauranttipp für Dresden. Mitschnitt der Buchpremiere von Als Weltbürger zu Hause in Sachsen im Stadtmuseum Dresden im April 2019.

Mit Roman Israel über Lebensentspannung, Freiheit und eine gefundene Pelzmütze


Seit über zwei Jahren lebt der Schriftsteller Roman Israel als moderner Nomade und besitzt nur noch einen Koffer und einen Rucksack. Er weiß nun, wie man „Lebensentspannung“ lernen kann: weniger Haben, mehr Sein. Und warum es auf dem Land oft gar nicht so idyllisch ist. Und er verrät, wie er seine besonderen Hüte findet, aktuell: eine russische Pelzmütze. Live hören kann man ihn auch bei drei Lesebühnen: Reformbühne Heim und Welt (Berlin), Sax Royal (Dresden), Book Brothers (Leipzig). Mehr über seinen modernen Minimalismus findet ihr in seinem E-Book Minimal ist besser, mit Tipps für ein aufgeräumteres Leben und Anekdoten aus dem Nomadentum.

Mit Rasha Abbas an einem Herbsttag, der ganz plötzlich kam


Es war der erste Herbsttag in Berlin. Die syrische Schriftstellerin Rasha Abbas fand als einzige warme Kleidung nur diesen Sportpullover mit dem Slacker-Slogan WOCHENENDE FÜR IMMER in ihrem Koffer. Eine Situation wie aus einer ihrer Kurzgeschichten. In diesem Podcast erzählt sie von ihren manchmal surrealen und traumhaften, aber auch witzigen und drastischen Kurzgeschichten ihrer Sammlung Eine Zusammenfassung von allem, was war. Sie erinnert sich daran, dass jeder ihrer Generation ein Kafka-Schriftsteller sein wollte. Und sie erzählt uns ein Geheimnis, das sie vorher niemandem erzählt hat …

Mit Robert Stripling bei Kondensmilch und Kaffee


Robert Stripling debütiert als Herausgeber von bedeutungslosen Theorien, die es nie zu Weltruhm brachten, obwohl sie gar nicht geschrieben wurden, mit einer Kritischen Theorie kollektiven Wissens: Verpasste Hauptwerke. Er erzählt, ob er mit seinem Zitate-Tumblr, der auch als dickes Hardcover mit Lesezeichen gedruckt erschienen ist, noch immer unter dem Radar läuft, wie er die Zitate findet und wie seine Neueste Frankfurter Schule sich zur Neuen Frankfurter Schule positioniert.

Mit der rumänischen Autorin Lavinia Braniște in einem Asia-Restaurant


Die rumänische Spezialität Sarmale, ein rumänischer Spitzenkoch, der bei der Erstürmung des rumänischen Rundfunks 1989 dabei war, rumänische Bescheidenheit … auch darum geht es in dem Gespräch mit der rumänischen Autorin Lavinia Braniște. Sie war zur Leipziger Buchmesse 2018 angereist und wir sprechen über ihren preisgekrönten Roman Null Komma Irgendwas, der als Hardcover und E-Book erschienen ist, während im Hintergrund vietnamesischer Bambus rauscht.

Mit Stefanie Sargnagel und Puneh Ansari backstage


Zwei österreichische Autorinnen auf Tour: Stefanie Sargnagel, meinungsstarke, kluge und komische Facebook-Literatin erzählt etwa davon, wie es ist, in den Algorhithmus von Rechten hineinzukommen und wie sich ihr Online-Schreiben durch ihre Bekanntheit verändert hat. Puneh Ansari findet Frankfurt flashig und fühlt sich auf Facebook, wo auch sie vor allem schreibt, manchmal wie im Krieg, auf Lesungen dagegen wie auf Autopilot. Von beiden sind bei mikrotext Bücher und E-Books erschienen: In der Zukunft sind wir alle tot von Stefanie Sargnagel, Hoffnun‘ von Puneh Ansari.

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