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Minimal ist besser

Vom süßen Leben ohne Besitz

Er lebt seit zwei Jahren als Nomade. Der Schriftsteller Roman Israel hat alles aufgegeben und besitzt nur noch einen Koffer voll Klamotten und seinen Laptop. So zieht er von Stadt zu Stadt, von Ort zu Ort, von Erfahrung zu Erfahrung – ohne Bremsklotz am Bein. Klingt nach maximaler Freiheit. Oder doch eher nach einer Schnapsidee? Ein Erfahrungsbericht.

3,99€ E-Book
ca. 60 Seiten auf dem Smartphone
ISBN 978-3-944543-70-3

5. November 2018

Inhalt: Minimalistisch leben

Wer träumt nicht einmal davon: minimalistisch zu leben, ohne Ballast, und durch das Weniger mehr Welt und Sich wahrnehmen. Das Konsumieren in Frage stellen. Denn wie viel oder wie wenig braucht man wirklich? Und wie richtet man sich in einer dauerhaften Flexibilität ein?

Roman Israel erzählt, wie es dazu kam, dass er seinen Besitz abwarf und loszog, um mit einem Koffer auszukommen. In mehreren Kapiteln erforscht er die verschiedenen Stadien seines persönlichen Nomadentums in der Stadt und auf dem Land und gibt Tipps für notwendige Regelungen, insbesondere das Einwohnermeldeamt betreffend.

Nach all dem Gerede über meinen vergangenen Besitz ist es jetzt an der Zeit, Inventur zu machen und zu fragen: Was besitze ich eigentlich noch? Wer jetzt denkt, bestimmt nicht mehr viel, der liegt falsch. Alles zusammengenommen ist es trotzdem noch viel Ballast:

1 Koffer 1 Rucksack  1 Umhängetasche
1 Laptop + Zubehör, Kabel etc.
1 Paar wasserdichte Schuhe 1 Paar Stoffschuhe 1 Schuhlöffel
1 Wintermantel 1 Paar Handschuhe 1 Mütze 1 Schal
1 Sommerjacke 1 Sonnenbrille
2 Pullover 1 Hut (später dazugekommen, Geschenk)
14 x Herrenunterwäsche + 14 x Strümpfe (alle schwarz und gleich, damit ich sie nach dem Waschen nicht ordnen muss)
2 schwarze Hemden 1 Jackett
2 Hosen 1 Badehose
3 T-Shirts 3 Unterhemden
1 scharfes Messer 1 Kartoffelschäler 1 Holzkochlöffel
1 Regenschirm 1 Paar Hausschuhe
1 Schlafsack (später dazugekommen)
1 Kulturbeutel mit Inhalt
1 Nähset
1 Smartphone mit Ladekabel
1 Alpaka-Stofftier, quetschbar (später dazugekommen)

Das zusammen passt alles in einen Koffer und einen Rucksack hinein. Lebensmittel kaufe ich vorrausschauend, so dass ich sie, bevor ich weiterziehe, gänzlich aufbrauchen kann, oder ich lasse sie andernfalls vor Ort. Wenn ein Buch oder eine Zeitschrift dazukommt, verschenke ich sie nach dem Lesen wieder. Manchmal stöbere ich in Zu-Verschenken-Kisten und nehme mir Bücher heraus. Ich nehme nur die mit, welche ich in kurzer Zeit lesen kann, und lege sie danach wieder hinein oder mache eine neue Zu-Verschenken-Kiste auf. An Geburtstagen lasse ich mir Lebensmittel oder in irgendeiner anderen Weise verbrauchbare Dinge schenken. Am praktischsten sind Gutscheine, zum Beispiel für die Lebensmittelabteilung eines Kaufhauses, fürs Kino oder Museum. Alles, was nicht in meinen Koffer passt, versuche ich, so schnell wie möglich wieder loszuwerden. Und ich habe festgestellt, dass es auch so geht. Ohne Drucker, Föhn und zweite Winterjacke.

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Der Autor

Roman Israel, geboren 1979 in Löbau, studierte Physik, Germanistik und Philosophie in Dresden. Danach arbeitete er als Museumsaufsicht, Garderobenkraft, Texter, Verpacker, Tester für Computerchips, Buchantiquar, Lehrer, Lektor, im Bereich Bühnenaufbau, als Komparse beim Film und in der Grünanlagenpflege. Er lebt bevorzugt in Berlin, Leipzig oder Dresden und genießt sein Vagabundenleben. Sein Romandebüt Caiman und Drache erschien 2014 im Wiener Luftschacht Verlag. 2017 erschien ebenfalls dort sein zweiter Roman Flugobst. Einige Arbeitsstipendien in Polen und Tschechien. Roman Israel ist außerdem Mitglied der Lesebühnen SAX ROYAL und BOOK BROTHERS in Dresden und Leipzig. www.romanisrael.de