Cloudpoesie

Dichtung für die vernetzte Gesellschaft

Cloudpoesie zeigt, was passiert, wenn das Gedicht seine gedruckte Form verliert, wenn es sich vom Schreibtisch aufmacht ins Mediale, Dialogische, zu Leuten und Künsten. Ist Poesie neu denkbar im permanenten Flow der Zeichen, Kontexte und Horizonte?

Ergebnis einer Workshop-Performance mit Andreas Bülhoff, Martina Hefter, Georg Leß, Katharina Schultens, Andreas Töpfer, Charlotte Warsen, bearbeitet von Tristan Marquardt
1,99€ E-Book
ca. 100 Seiten auf dem Smartphone, mit GIFs
ISBN 978-3-944543-34-5

12. Oktober 2016

„Ein interessanter Mix aus Texten und Bildern, die offline funktionieren, aber durch ihre mannigfaltigen Verlinkungen online eine zusätzliche künstlerische und inhaltliche Ebene aus Lexika-Einträgen, Videos, Bildern Google-Suchergebnissen etc. Der kleine Band lädt zum Mehrfachlesen ein, mal mit und mal ohne Online-Anbindung, mal konzentriert auf Text und Bild, mal mit voller Absicht ins Web mäandrierend. … Die Nominierung ist eine Anerkennung für den Mut, ein Projekt so zu denken und umzusetzen. Und es macht nachdenklich, warum nur so wenige diesen Mut aufbringen.“
Nominiert für den deutschen E-Book Award 2017, aus der Jurybegründung

Inhalt: Cloudpoesie

KOOK hat sechs AutorInnen eingeladen, Wege kollektiven Dichtens speziell für E-Books auszutesten. Unter Mitarbeit des Publikums wurden ihre Texte in einer literarischen Jam-Session weitergeschrieben, geremixt, gemeinsam performt. Eine erste Version des E-Books wurde von Andrea Nienhaus live am Performance-Abend gebaut. Die aktuelle Version wurde leicht von Tristan Marquardt überarbeitet. Ein Experiment. Mit Textflächen. GIFs. Fluider Dichtung. Und mit verlinkter Rohversion.

Ein Projekt des KOOK e.V. in Kooperation mit der Lettrétage, STILL und mikrotext.

(…)

7 Sag mal, was findest du beunruhigender:
a) dass keinesfalls aus Rachen ein Flugzeugträger tritt
b) dass nicht aus abzählbaren Zähnen Jets fliegen, bestückt
a) wenn aus dem Mund von jemand, den du liebtest,
eine Fliege kriecht/gekrochen käme/kröche
b) wenn Hubschrauber über deinem Hausgarten
kreisen und jeden Kürbis einzeln ausleuchten

6 Ich finde das schwierig und beschuldige
1. breit ausgestreutes Laub
2. jedes sorgsam plazierte Blatt auf gemähter Wiese
3. die wunden Zwetschgen
4. die ausgepickten Blütenköpfe an der Pferdeweide
5. den faulen Rosenkohl im Beet mit seinen Zangentierchen drin</p>

5 Aber entschuldige, Listen sind ebenfalls Teil der Methode,
die zu reklamieren war. Sind diese Listen wenigstens priorisiert?
Wieso existieren oben nur zwei Optionen? Es sollten immer
mindestens drei Optionen existieren, analog zur Liturgie.
Andernfalls versagt die Suggestion. Du siehst ja jetzt schon, wie.

(…)

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Der Herausgeber

KOOK ist ein gemeinnütziger Verein und ein unabhängiges Netzwerk von Künstlern für Künstler. Unser großes Interesse besteht darin, spannenden künstlerischen Strömungen und ihren Akteuren Plattformen des Austauschs und der Auseinandersetzung zu bieten. In diesem Zusammenhang organisiert KOOK Lesereihen, Konzerte, Festivals, Ausstellungen und entwickelt eigene Formate.
KOOK versteht sich als interdisziplinär, als Brückenschlag über alle künstlerischen Sparten und Genres hinweg, lädt ein zum Liegenbleiben im Gegenschein. Darüber hinaus liegt ein Schwerpunkt der Arbeit von KOOK seit Jahren auf der Förderung junger Künstler. Es besteht eine enge Vernetzung sowohl mit der freien Szene Berlins als auch mit verschiedenen etablierten Kulturinstitutionen.
Der gemeinnützig agierende Verein KOOK e. V. wurde Ende 2013 gegründet und ging aus dem seit Ende der 90er Jahre bestehenden Texttonlabel KOOK hervor. Die Bezeichnung KOOK geht auf einen amerikanischen Slangausdruck zurück, der soviel bedeutet wie Spinner und Verrückte. Und genau das wollen wir sein – Spinner, die Verrücktes ausspinnen. Getreu dem Motto: heute Spinner, morgen Klassiker.

Webseite KOOK e.V.