Stefanie Sargnagel: In der Zukunft sind wir alle tot. Neue Callcenter-Monologe

Cover-Stefanie-Sargnagel-In-der-Zukunft-sind-wir-alle-tot-mikrotext-2016_400pxBier, Kippen, Kunstprekariat, Abgründe, Randfiguren und der absurde Alltag einer Callcenter-Mitarbeiterin: Die Facebookposts der Wiener Kult-Autorin Stefanie Sargnagel lassen nichts aus. Perfekte Einsteiger-Lektüre in ihr Werk.

Erschienen Mitte März 2014, 2. aktualisierte Version Juni 2016
ca. 110 Seiten auf dem Smartphone, mit einem Vorwort der Autorin
ISBN 978-3-944543-13-0

Erhältlich bei:
Amazon beam Buecher.de Hugendubel Google Play iTunes Kobo Thalia und in vielen anderen Webshops sowie im Buchhandel.

Ab Ende Juni 2016 auch in erweiterter Form mit zusätzlichen Texten als Buch: ISBN 978-3-944543-37-6, 8,99 EUR.

Alle Lesungstermine mit Stefanie Sargnagel hier.

 

Inhalt

Lässig, derb und immer sehr alltagsweise schreibt Stefanie Sargnagel seit vielen Jahren über das einfache Leben. Die Wiener Autorin und Künstlerin hat mittlerweile mit ihren Büchern, Artikeln und Posts Kult-Status erreicht. Ungeachtet dessen nimmt sie in ihrer Kritik an jeglichem rechten Gedankengut kein Blatt vor den Mund, ätzt gegen die FPÖ, gegen Patriarchate, steht aktiv für die Flüchtlingshilfe ein. Die Wiener Zeitung lobte, wie sie inklusive Fäkalhumor und Versagensexhibitionismus die aktuelle Leistungsgesellschaft konterkariere. „Mein Lebensstil erschließt sich halt aus einer Mischung aus Unfähigkeit, Unentschlossenheit, Gleichgültigkeit und Verweigerung, ich bin die personifizierte Wohlstandsverwahrlosung“, schrieb sie in einem VICE-Artikel.

„Hellsichtige Miniaturen.“ (Bücher-Magazin)

„Die Veröffentlichung im kleinen Berliner mikrotext Verlag als E-Book-only (ist) die richtige Wahl für das Format von In der Zukunft sind wir alle tot, denn nicht zuletzt wird so der Bogen von der Wiener Schmäh- zur Berliner Digital-Bohème geschlagen. Und das ist eine Kombination, die in jedem Fall aufgeht.“ (Fixpoetry)

„Morbider österreichischer Humor mit Sprengkraft. Eine Parodie auf das kaputte Leben.“ (taz)

„Stefanie Sargnagel ist Facebook-Literatin. Ihre Statusmeldungen sind verwegene Aphorismen, die den Ist-Zustand ihrer Generation schonungslos wiedergeben.“ (3sat)

„Stefanie Sargnagel ist die wichtigste österreichische Autorin des 21. Jahrhunderts.“ (VICE)

„Ihre Alltagsbeobachtungen, Aphorismen und Adoleszenz-Raps treffen einen Nerv.“ (taz)

„Man könnte vielleicht sogar sagen, dass sie mit Ausnahme von Rainald Goetz und seinem Online-Tagebuch Abfall für alle die erste deutschsprachige Autorin ist, die im Netz die Form für sich gefunden hat, die passt, die nicht nervt, die als Literatur funktioniert.“ (Süddeutsche Zeitung)

Auszüge aus Binge Living und In der Zukunft sind wir alle tot in der Übersetzung von Cory Tamler erschienen in der Anthologie zur Generational Triennal 2015 des New Museum, New York, herausgegeben von Brian Droitcour.

24. September 2013
„Rufnummernauskunft, Stefanie Fröhlich, was kann ich für Sie tun?“
„Ich hätte gern die Nummer vom Gefängnis in Eisenstadt.“
„Ja, die Nummer lautet …“
„Da ist morgen nämlich Tag der offenen Tür.“

24. September 2013
Ich liebe meinem Fernseher jeden Tag mehr, es fühlt sich so retro und heimelig an, die liebste Sendung im Fernsehprogramm einzuringeln.

26. September 2013
Wählen fühlt sich so wichtigtuerisch an. Den ganzen Weg zum Wahllokal hat man das Gefühl, sich gegenseitig „Hallo, braver Bürger“ zuzurufen. Ich hab auch das Gefühl die Wahlhelfer checken voll ab, dass ich keine Ahnung hab, was ich da grad tue, ich roch stark nach Alkohol und mein Hosentürdl stand die ganze Zeit offen.

27. September 2013
Ich krieg von diesem Beuteltaschentragen echt abnormale Schulterschmerzen, das ist der Antihipster in mir.

28. September 2013
Ich find die Bezeichnung für Kinderportionen in Dorfgasthäusern haben so etwas Trostloses:
„Piratenschmaus“
ein Paar Frankfurter mit Pommes frites und Ketchup
„Schneewittchen“
Fischstäbchen mit Kartoffelsalat
„Pumuckl“
Schweineschnitzel mit Pommes frites und Ketchup

Die Autorin

Stefanie Sargnagel (c) privat_580x580Stefanie Sargnagel wurde 1986 in den „Slums von Wien“ geboren, studiert Malerei an der Akademie der Bildenden Künste bei Daniel Richter und arbeitete im Callcenter. Das Mädchen mit der roten Baskenmütze, das gerne ins Wirtshaus geht und Kette raucht, veröffentlichte ihr Debüt mit gesammelten Facebook-Statusmeldungen Binge Living. Call-Center-Monologe 2013 in der redelsteiner dahimène edition, einem unabhängigen Wiener Verlag. Binge Drinking bedeutet: Komasaufen. Ende 2015 erschien ihr zweites Buch Fitness. In der Zukunft sind wir alle tot erschien dazwischen als Intermezzo, 2016 auch gedruckt und um weitere Texte ergänzt als ihr drittes Buch. Sargnagel zeichnet Cartoons für den Falter, schreibt für die VICE und die Süddeutsche Zeitung und hat 2016 die Burschenschaft Hysteria mitgegründet. 2016 wurde sie zum Bachmannpreis-Lesen in Klagenfurt eingeladen.


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