Stefanie Sargnagel: In der Zukunft sind wir alle tot. Neue Callcenter-Monologe

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Repetitive Dinnershows im Fernsehen, Sexträume mit Familienmitgliedern, Bier, Kippen und der absurde Alltag einer Callcentermitarbeiterin: Die Facebookposts der Wiener Kult-Autorin Stefanie Sargnagel lassen nichts aus. Und sind so schmutzigschön wie das Leben selbst.

Erschienen Mitte März 2014
ca. 120 Seiten auf dem Smartphone, mit einem Vorwort der Autorin
ISBN 978-3-944543-13-0

Erhältlich bei:
Amazon beam Buecher.de Hugendubel Google Play iTunes Kobo Thalia und in vielen anderen Webshops sowie im Buchhandel.

Alle Lesungstermine mit Stefanie Sargnagel hier.

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Inhalt

Ungeschminkt, derb, aber immer sehr alltagsweise schreibt Stefanie Sargnagel seit sechs Jahren über das einfache Leben. Facebook hat für die Wiener Autorin und Künstlerin das Bloggen ersetzt, das ihr nicht mehr anonym genug war. In Wien hat sie bereits Kult-Status erreicht, denn ihre Statusmeldungen überschreiten ständig Geschmacksgrenzen. Die Wiener Zeitung lobte, wie sie inklusive Fäkalhumor und Versagensexhibitionismus die aktuelle Leistungsgesellschaft konterkariere. „Mein Lebensstil erschließt sich halt aus einer Mischung aus Unfähigkeit, Unentschlossenheit, Gleichgültigkeit und Verweigerung, ich bin die personifizierte Wohlstandsverwahrlosung“, schrieb sie in einem Vice-Artikel.

„Hellsichtige Miniaturen.“ (Elisabeth Dietz, Bücher-Magazin)

Auszüge erschienen in der Anthologie zur Generational Triennal 2015 des New Museum, New York, herausgegeben von Brian Droitcour.

24. September 2013
„Rufnummernauskunft, Stefanie Fröhlich, was kann ich für Sie tun?“
„Ich hätte gern die Nummer vom Gefängnis in Eisenstadt.“
„Ja, die Nummer lautet …“
„Da ist morgen nämlich Tag der offenen Tür.“

24. September 2013
Ich liebe meinem Fernseher jeden Tag mehr, es fühlt sich so retro und heimelig an, die liebste Sendung im Fernsehprogramm einzuringeln.

26. September 2013
Wählen fühlt sich so wichtigtuerisch an. Den ganzen Weg zum Wahllokal hat man das Gefühl, sich gegenseitig „Hallo, braver Bürger“ zuzurufen. Ich hab auch das Gefühl die Wahlhelfer checken voll ab, dass ich keine Ahnung hab, was ich da grad tue, ich roch stark nach Alkohol und mein Hosentürdl stand die ganze Zeit offen.

27. September 2013
Ich krieg von diesem Beuteltaschentragen echt abnormale Schulterschmerzen, das ist der Antihipster in mir.

28. September 2013
Ich find die Bezeichnung für Kinderportionen in Dorfgasthäusern haben so etwas Trostloses:
„Piratenschmaus“
ein Paar Frankfurter mit Pommes frites und Ketchup
„Schneewittchen“
Fischstäbchen mit Kartoffelsalat
„Pumuckl“
Schweineschnitzel mit Pommes frites und Ketchup

Die Autorin

Stefanie Sargnagel (c) privat_580x580Stefanie Sargnagel wurde 1986 in den „Slums von Wien“ geboren, studiert Malerei an der Akademie der Bildenden Künste und arbeitet im Callcenter. Das Mädchen mit der roten Baskenmütze, das gerne ins Wirtshaus geht und Kette raucht, veröffentlichte ihren Debütroman mit gesammelten Facebook-Statusmeldungen „Binge Living. Call-Center-Monologe“ 2013 in der redelsteiner dahimène edition, einem unabhängigen Wiener Verlag. Binge Drinking bedeutet: Komasaufen.


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