Sebastian Christ: Ich bin privat hier. Eine Ukraine-Reportage

9783944543192Einschusslöcher in der Hoteltür, Schlägereien zwischen Demonstranten: Sebastian Christ spürt in seiner Reportage dem Konflikt in der Ukraine in Kiew, Odessa und Mariupol so lebhaft nach, dass man glaubt, mit ihm zu reisen. Voller europäischem Herzblut.

Erschienen Mitte Januar 2015
ca. 150 Seiten auf dem Smartphone, mit 10 Fotos aufgenommen auf der Reise
ISBN 978-3-944543-19-2

Erhältlich bei:
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Inhalt

Auf eigene Faust, nicht mit einem Auftrag in der Tasche, hat sich der Journalist und Autor im Frühjahr und im Herbst 2014 selbst ein Bild vom immer stärker eskalierenden Konflikt in der Ukraine gemacht. Mit seinem klugen Blick für Details und einer gehörigen Portion Geschichtswissen sucht Christ in Lwiw nach einem Fluss, fährt mit einem leeren Zug von Polen gen Osten, begibt sich mitten zwischen pro-russische und pro-ukrainische Aktivisten, hört an der Front in Mariupol die Detonationen zehn Kilometer entfernt. Dieser Bericht fasziniert genauso wie er uns fordert: Denn da ist ein Krieg vor unserer Haustür. Und während Granaten einschlagen, treffen sich noch die Liebespaare vor dem Denkmal des kritischen russischen Sängers Wyssozki und hören seine Lieder.

„Prädikat: Grandios. Sein Wissen und sein aufmerksamer Blick machen diese Reportage zu einem großartigen Stück Journalismus.“ (Elisabeth Dietz, Bücher-Magazin)

„Christs Fähigkeit Kontexte historischer Natur und zwischenmenschliche Befindlichkeiten gleichermaßen in die Waagschale seiner Betrachtungen zu werfen, macht ihn zu einem wertvollen Betrachter.“ (Kevin Junk, Fixpoetry)

Im „Kampf gegen den Terror“ sprachen westliche Militärstrategen von „Neuen Kriegen“, bei denen es keine Fronten gab und die Gegner unsichtbar waren. In Afghanistan oder im Irak etwa, wo der Alltag jahrelang aus einem Zweiklang aus Stille und brutalem Getöse bestand. Krieg konnte wie Frieden aussehen, doch er war immer da, meist in Form von Sorge, manchmal als Angst und auch als Schrecken. Die Drohung von Gewalt reichte aus. Und wenn sie nur als psychische Gewalt gemeint war.
Was vor Mariupol stattfand, war kein „Neuer Krieg“. Eine vollkommen altmodische Front rollte auf eine Stadt von einer halben Million Menschen zu. Manchmal waren die Granateinschläge so nah, dass ich meinen Rucksack packte, bevor ich ins Bett ging. Nachts waren die Gefechte am schlimmsten. Ich hörte die Einschläge im Schlaf.
Und am nächsten Morgen wirkte der Krach der vergangenen Stunden wie ein überstandener Alptraum. Wenn die Sonne über dem Asowschen Meer aufging, war es meist still.
Schlug ich die Augen auf, hatte ich das Gefühl, durchgeschlafen zu haben. Bewegte ich meinen Kopf, fiel mir der Irrtum auf.

Der Autor

Sebastian Christ (c) Marc Roehlig-400-400Sebastian Christ wurde 1981 in Frankenberg (Nordhessen) geboren. Von 2001 bis 2007 absolvierte er ein Journalistik-Studium in München, verbunden mit einer Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule. Nebenher schrieb er als freier Journalist unter anderem für Spiegel Online, DIE ZEIT und den Münchner Merkur. Während eines Auslandssemesters in Washington, D.C. entdeckte er seine Leidenschaft für den literarischen Journalismus. Erste Reisen nach Amerika, Osteuropa und in den Orient folgten. Nach dem Studium arbeitete er zwei Jahre als Parlamentsredakteur für stern.de. Seine jüngsten Recherchereisen führten ihn unter anderem nach Transnistrien, Kurdistan und in den Irak. Er veröffentlichte den Reportageband „Schröder ist wie Metallica“ (2005), den Praktikantenroman „… und wünschen Ihnen für die Zukunft alles Gute!“ (2009), sowie „Das Knurren der Panzer im Frühling“ (2011), ein Kriegsbericht aus Afghanistan. Über eine Crowdfunding-Kampagne finanzierte er seine Wanderreportage „Was von Deutschland übrig bleibt“ (2013). Für seine Arbeit erhielt er 2005 und 2009 den Axel-Springer-Preis für junge Journalisten. Derzeit arbeitet er als Parlamentskorrespondent für die Huffington Post Deutschland.

Pressestimmen zu seinem Essay „Mein Brief an die NSA. Auf der Suche nach meinen Daten“:

„Großartiges Essay, das verstehen hilft, wie unsere Daten im Krieg gegen den Terror immer weiter von den Geheimdiensten in Beschlag genommen wurden. … Stilistisch und inhaltlich eine echte Bereicherung der Debatte.“ (berlinliebhaber, Amazon-Kritik)

„A fascinating journalistic insight into an attempt to get the information that is rightfully yours from a faceless secret service.“ (Lucy Renner Jones, Transfiction.eu)

„Sebastian Christ hat keine Beschwerde geschrieben, sondern seine Erfahrungen mit dem Informationsfreiheitsgesetz in einem Essay zusammengefasst.“ (Cornelia Lütkemeier, FAZ)

Pressestimmen zu „Berliner Asphalt. Geschichten von Menschen in Kiezen“:

„Großartige, haiku-artige Granulate, die eine Szene oft schon im ersten Satz zusammenfassen.“ (Ansgar Warner, e-book-news)

„Schöne, entspannte Alltagsbeobachtungen.“ (Kubiwahn-Blog)


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