Sebastian Christ: Berliner Asphalt. Geschichten
von Menschen in Kiezen

Sebastian Christ_Berliner Asphalt_Geschichten von Menschen in Kiezen_mikrotext_2014

Von Moabit bis Marzahn, vom Reichstag bis zum Rathaus Neukölln, von Potsdam bis zum Tauentzien: Sebastian Christ begegnet Berlin, meist vom Rad aus. Das Hauptstadt-Buch für persönliche und individuelle Entdeckungen abseits vom Touristenführer.

Erschienen im Juni 2014
ca. 100 Seiten auf dem Smartphone
ISBN 978-3-944543-16-1

Erhältlich bei:
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Inhalt

Berlin ist wohl, neben Paris, die Hauptstadt, der sich die meisten literarischen Spaziergänger und Flaneure verschrieben haben. Von Walter Benjamin über Franz Hessel zu David Wagner inspiriert die sich wandelnde Metropole an der Spree. Nun reiht sich Sebastian Christ, leidenschaftlicher urbaner Radfahrer, in die Berlin-Erzähler ein. Alles begann auf Facebook. Seine Schreibregel: Mindestens eine Stunde nach dem Erlebnis per Smartphone sollten die Texte veröffentlicht sein. Sie waren kurz, stenographisch und fanden schnell ihre begeisterten Leser in ihrer zufälligen Lakonik. Nie wusste man, in welchen Stadtteil es den Autor das nächste Mal verschlagen würde. Christ hat die Geschichten erweitert und hier und da mit stadtsoziologischen Beobachtungen etwa über den Neubauboom oder den Sicherheitswahn versehen. Auch bisher unveröffentlichte Erlebnisse finden ihren Platz. Entstanden ist eine Hommage an Berlin am Anfang des 21. Jahrhunderts, insbesondere an ihre Bewohnerinnen und Bewohner. Und niemals urteilt Christ über sie, sondern er zeigt sie als das, was sie sind: prominente Westberliner, bosnische Serben, polnische Besucher oder arabische Kaffeehausbesitzer. Als Menschen, die ihren Kiez und damit die Stadt in der heutigen Form prägen.

„Großartige, haiku-artige Granulate, die eine Szene oft schon im ersten Satz zusammenfassen.“ (Ansgar Warner, e-book-news)

Draußen meißelte der Regen auf die Markisenstangen. Die Gullis waren im Regenschauer ersoffen, ein paar Ventilkappen schwammen über den von Regentropfen zerpflückten, brackbraunen Wasserspiegel, der sich längs über den Hermannplatz zog.
Zwei Jugendliche betraten das Hamburger-Restaurant. Sie kauften sich Milchshakes. Dann ließen sie sich auf die braune Kunstlederbank am Schaufenster fallen. Keiner der beiden nahm auch nur einen Zug von seinem Becher.
„Ey Alda, isch brauch n Schutzschild.“
„Wogegen, ey?“
„Na gegen den Regen. Isch kleb voll.“
„Du klebst?“
„Ey Mann, isch kleb nach Regen immer voll!“
„Ey, wie kannst du da kleben, Mann? Regen ist doch so ähnlich wie Wasser.“

Der Autor

Sebastian Christ (c) Marc Roehlig-400-400Sebastian Christ wurde 1981 in Frankenberg (Nordhessen) geboren. Von 2001 bis 2007 absolvierte er ein Journalistik-Studium in München, verbunden mit einer Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule. Nebenher schrieb er als freier Journalist unter anderem für Spiegel Online, DIE ZEIT und den Münchner Merkur. Während eines Auslandssemesters in Washington, D.C. entdeckte er seine Leidenschaft für den literarischen Journalismus. Erste Reisen nach Amerika, Osteuropa und in den Orient folgten. Nach dem Studium arbeitete er zwei Jahre als Parlamentsredakteur für stern.de. Seine jüngsten Recherchereisen führten ihn unter anderem nach Transnistrien, Kurdistan und in den Irak. Er veröffentlichte den Reportageband „Schröder ist wie Metallica“ (2005), den Praktikantenroman „… und wünschen Ihnen für die Zukunft alles Gute!“ (2009), sowie „Das Knurren der Panzer im Frühling“ (2011), ein Kriegsbericht aus Afghanistan. Über eine Crowdfunding-Kampagne finanzierte er seine Wanderreportage „Was von Deutschland übrig bleibt“ (2013). Für seine Arbeit erhielt er 2005 und 2009 den Axel-Springer-Preis für junge Journalisten. Derzeit arbeitet er als Parlamentskorrespondent für die Huffington Post Deutschland. Im Winter 2013/2014 erschien bei mikrotext sein Essay „Mein Brief an die NSA. Auf der Suche nach meinen Daten“.

Dazu einige Pressestimmen:

„Großartiges Essay, das verstehen hilft, wie unsere Daten im Krieg gegen den Terror immer weiter von den Geheimdiensten in Beschlag genommen wurden. … Stilistisch und inhaltlich eine echte Bereicherung der Debatte.“ (berlinliebhaber, Amazon-Kritik)

„A fascinating journalistic insight into an attempt to get the information that is rightfully yours from a faceless secret service.“ (Lucy Renner Jones, Transfiction.eu)

„Sebastian Christ hat keine Beschwerde geschrieben, sondern seine Erfahrungen mit dem Informationsfreiheitsgesetz in einem Essay zusammengefasst.“ (Cornelia Lütkemeier, FAZ)


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von Menschen in Kiezen”