Rasha Abbas: Die Erfindung der deutschen Grammatik. Geschichten

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Cover - Rasha Abbas - Die Erfindung der deutschen GrammatikIn den Geschichten der jungen syrischen Autorin Rasha Abbas erleben wir eine comicartige Freakshow voller popkultureller Referenzen sowie eine selbstironische Persiflage des eigenen Neuseins in Deutschland. Fies, witzig, abgedreht. Und oft ziemlich surreal.

Erschienen am 8. März 2016
Aus dem Arabischen von Sandra Hetzl
ca. 200 Seiten auf dem Smartphone
ISBN 978-3-944543-30-7

Erhältlich bei:
Amazon beam buecher.de Google Play Hugendubel iTunes Kobo Thalia und im Buchhandel.

Auch gedruckt erhältlich bei Orlanda, ISBN 978-3944666-25-9, 12,50€, Klappenbroschur.

 

Lesungen:
12. Juni: Friedrich-Ebert-Stiftung, Potsdam
20. Juni: Bücherhallen, Hamburg
25. Juni: E-Book-Festival, Berlin
8. Juli: Pohoda Festival, Bratislava
23. Juli: Literaturhaus Stuttgart

Inhalt

Kennen Sie schon den deutschen Superhelden, der vor jeder seiner Superaktionen unzählige Unterlagen einreichen muss? Oder den Sonnenorgasmus? Oder den Vermieter Herrn Müller, dessen abgelegene Berliner Wohnung die Mieterin schneller erreicht, wenn sie auf eine Elefantenherde umsteigt?
In Rasha Abbas’ Kurzgeschichten trifft der Alltagstrott auf Absurdistan. Ähnlich wie Mark Twain in seinem Essay „The Awful German Language“ nähert sich Rasha Abbas der verflixten deutschen Sprache und allen anderen deutschen Strukturen mit Humor und Verzweiflung. Sie verwebt die stinknormalen Erfahrungen des Einlebens in Berlin beim Asylantrag, im Jobcenter, beim Sprachkurs, zwischen Künstler-Inflation und Hipster-Invasion gekonnt mit anderen Genres: Slapstick, Zombiefilm, Cartoon, Computerspiel. Bewaffnet mit einer Narrenkappe erzählt sie die Wahrheit über „uns Deutsche“, aber auch über „die Flüchtlinge“.

Die Produktion dieses E-Books wurde ermöglicht mit Förderung der Heinrich-Böll-Stiftung.

„Ein Buch … für Leute, die Ironie lieben und davon nicht genug kriegen können.“ (Radio M 94,5)

„Rasha Abbas erkundet sehr vergnüglich die Tücken der deutschen Grammatik.“ (Thorsten Glotzmann, Süddeutsche Zeitung)

„Ein modernes Narrenschiff.“ (Oliver Jungen, FAZ)

„Mit feinem Gespür deckt Abbas die reale Absurdität kleiner Alltagsmomente auf – mit riesiger Fabulierlust steigert sie den Irrsinn ins Fantastisch-Unermessliche.“ (Blog Filigranes Geflecht)

„Ihre Geschichten über den deutschen Alltag (sind) vor allem eins: witzig. … Rasha Abbas treibt all das Abwegige, dem sie begegnete, in ihren Geschichten noch tiefer ins Absurde. Komik als Survival-Strategie.“ (Carolin Haentjes, Tagesspiegel)

„Humorvoller Bericht über das Neusein in Deutschland. Rasha Abbas erzählt, schmückt aus, führt den Leser in ihr Berlin und schickt ihn nicht selten wieder raus, in bunte Fantasiewelten.“ (Julia Schlager, Deutschlandradio Kultur)

„Erfrischend grotesk. … Es kostet Kraft, Menschen, Dingen und Situationen ihre manchmal unerklärliche Heiterkeit des Seins abzugewinnen. Beides schafft Rasha Abbas.“ (Tania Folaji, Elektro vs. print)

„Gelungenes Komödiendebüt … Und es gibt eine Geschichte, die so komisch ist, dass sie ei­nem Tränen in die Augen treibt.“ (Sophie Elmenthaler, der Freitag)

„Rasha Abbas schafft es, den Alltag vieler Flüchtlinge zwischen Lageso, Jobcenter und Integrationskurs humorvoll unter die Lupe zu nehmen.“ (Edition F)

„Eclectic, intense, often psychedelic, many of her stories are dreamscapes which creep up on the reader with sudden plunges into haunting hyper-realism, operating within a punk aesthetic.“ (Alice Guthrie, Reader’s Report for And other Stories)

„Ja, ja, Sie hatten mir bereits erzählt, dass Sie aus Russland kommen.“
„Ähm, eigentlich … Naja, wie dem auch sei.“
„Oder sind Sie etwa gar keine Russin, Rasta?“
„Na, doch… Also eigentlich nicht… aber meine Vorfahren stammten ursprünglich aus Grosny. Sehen Sie, deswegen habe ich doch auch diese semi-nahöstlichen Gesichtszüge.“
„Schon gut, schon gut, liebe Rasta. Was jedenfalls die Gegend hier betrifft, ist sie in der Tat ein klein wenig abgelegen vom Stadtzentrum. Aber Sie wissen ja, ein zentraler gelegenes Zimmer in Berlin würde mindestens das Doppelte kosten.“
„Dessen bin ich mir natürlich bewusst. Ist ja auch überhaupt kein Problem. Ich bin an widrige Umstände gewöhnt… Eine wahre Tigerin, werter Herr Müller!“
„Es gäbe jedenfalls auch einen Weg, wie Sie Ihre Fahrtzeit auf läppische eindreiviertel Stunden verkürzen könnten. Dafür müssen Sie nur die öffentlichen Verkehrsmittel richtig zu nutzen wissen, und sich nicht auf den S-und U-Bahn-Verkehr allein beschränken.“
„Ach, das ist ja toll! Und wie genau soll das gehen?“
„Also. Zuerst nehmen Sie die U7. Nach 5 Stationen steigen Sie in die S13 um. Dann kommen sie an das Ufer eines Sees. Dort nehmen Sie ein Schiff, und fahren ans andere Ufer, wo sie ein beinahe völlig verlassenes Gelände finden werden. Dort steht eine zu den Berliner Verkehrsbetrieben gehörige Elefantenherde. Steigen Sie auf einen Elefanten ihrer Wahl, Sie können einfach mit demselben BVG-Ticket darauf reiten. Dann kommen Sie an einen kleinen Bach. Den müssen Sie schwimmend überqueren, und dann nehmen Sie wieder die S44, anschließend steigen Sie in ein Atom-U-Boot, mit dem Sie nur eine Station fahren. Von dort nehmen Sie den Langstreckenbus, und die restlichen sieben Kilometer gehen Sie dann einfach zu Fuß.“

Die Autorin

Rasha Abbas (c) privatRasha Abbas ist eine syrische Journalistin und Autorin. Sie lebt derzeit in Berlin. 2008 veröffentlichte sie ihre erste Sammlung mit Kurzgeschichten Adam hasst das Fernsehen und wurde dafür beim Damascus Capital of Arab Culture Festival mit einem Preis für neue Autoren ausgezeichnet. 2013 schrieb sie das Drehbuch für den Kurzfilm Zufriedenheit und Glück, der von der Bedayat Stiftung produziert wurde. Sie arbeitete als Autorin und Übersetzerin für die Anthologie Syria Speaks: Art and Culture from the Frontline (Saqi Books, London), 2014 erschienen. Im selben Jahr beendete sie ein Jean-Jacques Rosseau Fellowship, unterstützt von Schloss Solitude in Stuttgart, wo sie an ihrem zweiten Kurzgeschichtenband Des Pudels Kern (The Gist of it) arbeitete.

Die Übersetzerin

Sandra Hetzl_Portrait_privat

Sandra Hetzl wurde 1980 in München geboren und lebt in Beirut und Berlin. Sie studierte an der UdK Visual Culture Studies, arbeitet als Literaturübersetzerin aus dem Arabischen und macht Videoinstallationen. Außerdem ist sie der Kopf hinter 10/11. 10/11 versteht sich als Labor und gleichzeitig als Sprachrohr für experimentelle Formen arabischer Literatur und hat seinen Sitz in Beirut und Berlin. Das Kollektiv besteht aus Autoren, Literaturübersetzern und Profis im internationalen Verlagswesen. 10/11 macht Texte junger arabischer Autoren (oftmals gewonnen aus den Tiefen des www) für den internationalen Buchmarkt zugänglich und will einen dynamischen Austausch erzeugen: https://www.facebook.com/10.11.collective.


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