Moritz Rinke, Claudia Roth u.a.: Gezi bleibt. Stimmen zum Aufbruch in der Türkei

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Der Gezi-Park in Istanbul ist, vorerst, gerettet. Aber was bleibt? Es bleibt ein kultureller und politischer Einschnitt, den diese Solidaritätsanthologie von nicht-türkischen Augenzeugen der Proteste beleuchtet. Persönliche Erlebnisse, Analysen, Berichte zur türkischen Zivilgesellschaft.

Erschienen Ende August 2013
ca. 200 Seiten auf dem Smartphone
ISBN 978-3-944543-06-2

Erhältlich bei:
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Inhalt

Dieser mikrotext-shot schaut auf die türkische „Elektrisierung“ (Moritz Rinke) der Protesttage im Sommer 2013 und versammelt individuelle Positionen. Die Politikerin Claudia Roth etwa wünscht sich die Aufhebung der Selbstblockade der politischen Klasse, die Journalistin Sabine Küper-Büsch analysiert die kreative Ästhetik des Widerstands und die neuen Protestformen in der Türkei, der britische Autor Tariq Ali sendet einen revolutionären Gruß an die Protestgeneration, eine Touristin erzählt von ihren Erlebnissen zwischen Blauer Moschee und Straßenblockaden und eine Erasmus-Studentin beschreibt die Stimmung unter Studierenden.

Ich habe mit vielen türkischen Freunden gesprochen, die alle jeden Tag im Gezi-Park waren und übernachteten. Mir wurde sehr schnell klar, dass hier etwas für die Türkei sehr Ungewöhnliches passiert. So eine Art demokratische Initiation. Eine Entdeckung, dass es geradezu befreit und verbindet, endlich Nein zu sagen. Und dass der entdeckte Mut immer mehr Menschen mitnimmt. Wie eine Elektrisierung. Als ob plötzlich überall das Licht angeht. Und wie phantasievoll. Der Protest hatte auch etwas ungemein Kreatives. Bei Ionesco verwandeln sich die Menschen in einem Theaterstück in Nashörner, hier verwandeln sich alle in Artisten des Widerstands. (Moritz Rinke)

Die Autoren

Derwisch_Credit: Thomas BueschTariq Ali wurde 1942 in Lahore geboren. Der britische Autor, Filmemacher und Historiker war während der Proteste rund um die Besetzung und Räumung des Gezi-Parks für ein paar Tage in Ankara.
Lea Heim, geboren 1985 in Hannover, lebt seit 2010 in Berlin, wo sie Deutsche Literatur und Europäische Ethnologie studiert. Von Februar bis Ende Juni 2013 machte sie ein Erasmus-Gastsemester an der Marmara Üniversitesi und berichtete regelmäßig auf ihrem Tumblr spinnanski über den Fortgang der politischen Ereignisse.
Sabine Küper-Büsch, geboren 1966 in Werne, lebt seit 1992 in Istanbul. Sie arbeitet als Autorin für Dokumentarfilme, TV-Beiträge und Print-Publikationen und ist die Chefredakteurin von inenart.eu, ein künstlerisches Internet-Portal mit Sitz in Istanbul.
Anke Oßwald, 1979 in Salzwedel/Altmark geboren, arbeitet in einer Berliner PR-Agentur. Im Juni 2013 fuhr sie das erste Mal nach Istanbul.
Der Autor und Dramatiker Moritz Rinke, geboren 1967 in Bremen, hat von Juni bis August 2013 ein Stipendium in der Villa Tarabya in Istanbul, um die Filmfassung seines letzten Stücks zu erstellen. Er hat die Proteste vor Ort miterlebt.
Claudia Roth, geboren 1955 in Ulm, ist Bundesparteivorsitzende der Partei Bündnis 90/Die Grünen. Sie flüchtete in der Nacht der Räumung des Gezi-Parks in das Divan-Hotel, nachdem sie eine Attacke mit Tränengas erlitten hatte.


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