Jan Kuhlbrodt: Das Elster-Experiment. Sieben Tage Genesis

Jan Kuhlbrodt - Das Elster-Experiment

Vogelschwärme, Atomkriegsangst: Jan Kuhlbrodt, Philosoph und Lyriker aus Leipzig, erforscht in seinem so theoretischen wie alltagsnahen siebenteiligen Essay die heutige Bedeutung des Schöpfungsmythos. Die Vorarbeit dazu fand sieben Tage lang auf einem Blog mit anderen Netzschreibern statt.

Erschienen im Juni 2013
ca. 220 Seiten auf dem Smartphone
ISBN 978-3-944543-04-8

Erhältlich bei:
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Inhalt

Geschickt schlägt Jan Kuhlbrodt einen großen Bogen, von seinem Aufwachsen in der DDR und der ersten Begegnung mit dem österreichischen Lautpoeten Ernst Jandl über den Zusammenhang zwischen Religion, Macht und Aufklärung bis hin zur Frage, warum eine Elster in der Lage ist, einen Zettel mit Hilfe eines Spiegels von ihrem Rücken zu entfernen – wo also Menschliches aufhört und Tierisches beginnt. Kuhlbrodt spiegelt die Reproduktion des Urmythos im Teilchenbeschleuniger, im WWW und in der Vielsprachigkeit der Menschen. Sein theoretisches Rüstzeug sind u.a. Platon, Descartes, Adorno, Wittgenstein und Derrida. Eine Auswahl der Netz-Kommentare am Ende jedes Kapitels (oder Schöpfungstages) zeigt exemplarisch, in welche Richtungen Kuhlbrodts Reflektionen weitergedacht werden könnten.

„Historisch, philosophisch, biografisch, lyrisch, … mittendrin in einem Denkprozess ist man da.“ (Lucy Fricke, Berliner Morgenpost)

„Brillianter Essay.“ (André Gstettenhofer, Schweizer Monat)

„Das ist Literatur, aber interaktiv. Einige der Kommentare sind im E-Book mit veröffentlicht, so ist der Leser nahe dran am Denkprozess des Autors. Und so schafft es dieser auf ganz besondere Art, den Leser zum Denken anzuregen, vielleicht sogar zum Mitdenken, fast so, als könne er auch jetzt noch den Text beeinflussen.“ (Sophie Sumburane, Culturmag)

Ich erinnere mich noch gut an die siebziger und achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts, es war die hohe Zeit des Endzeitdramas, angesiedelt in postapokalyptischer Landschaft. Ein Atomkrieg war als Bedrohung allgegenwärtig. Ich war in dieser Zeit eine Weile lang Soldat (drei Jahre, also eine halbe Ewigkeit), und, was ich dabei immer wieder üben musste, war das Anlegen von Schutzbekleidung. Es handelte sich dabei um graue, gummierte, sehr weite Hosen und eine Art Cape mit Kapuze, die wir über unsere Köpfe, die mit Gasmaske und Stahlhelm bewährt waren, zu ziehen hatten. Zwischen den Beinen wurde der Umhang mit Druckknöpfen fixiert. Wir sahen aus wie eine Theatergruppe, die dabei gescheitert war, sich Elefantenkostüme anzufertigen, und zogen in diesem lächerlichen Aufzug durch die ostdeutschen Heidegebiete.

Der Autor

Foto Jan Kuhlbrodt-1200-1200Jan Kuhlbrodt, 1966 in Karl-Marx-Stadt geboren, studierte politische Ökonomie, Philosophie und Soziologie in Leipzig und Frankfurt am Main sowie am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Von 2007 bis 2010 war er Geschäftsführer der Literaturzeitschrift Edit und Gastprofessor am Deutschen Literaturinstitut. Kuhlbrodt verfasste mehrere Prosa- und Lyrikbände. Sein jüngstes Werk „Stötzers Lied“ erschien 2013 im Verlagshaus J.Frank, Berlin. Er betreibt mehrere Blogs etwa postkultur.wordpress.com oder das eigens für dieses Ebook gegründete Blog nachschoepfung.wordpress.com. Jan Kuhlbrodt lebt in Leipzig und wurde 2014 mit dem sächsischen Literaturpreis ausgezeichnet.


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