21. Februar 2017: Buchbesprechung von „Hoffnun'“ beim Literaturhaus Wien. „Eher unfad!“

Petra Nachbaur hat detailliert, sprachgenau und mit viel Verständnis für sogar einzelne Buchstaben in Puneh Ansaris Texten in Hoffnun‘ ihre Lesart auf der Webseite des Literaturhauses Wien festgehalten. Was natürlich besonders freut, ist, dass das Buch innerhalb der gesamten Verlagsarbeit von mikrotext gesehen wird. Und weil das natürlich auf die Verlagswebseite gehört, zitieren wir hier ein paar Absätze (Service!), aber hier ist auch alles verlinkt (noch mehr Service):

Seinen Beitrag zu einer – zumindest publikationstechnisch – unverkrampften Welt leistet auch der unabhängige Verlag mikrotext, dessen Veröffentlichungen mit Informationen à la „ca. 350 Seiten auf dem Smartphone“ versehen sind. Nikola Richter, Gründerin der im vierten Jahr bereits gut in der Verlagsszene eingeführten Edition, machte sich ihren Namen als Fachfrau digitalen Publizierens u. a. als Mitbegründerin der Electric Book Fair oder mit ihrer E-Books-Only-Rezensionskolumne in der feministischen Zeitschrift Missy Magazine. Die Finanzierung der Publikationen bei mikrotext – „zunächst als E-Books auf Deutsch“, manches auch in Print und auf Englisch – organisiert Richter auch einmal per Crowdfunding.

Mittlerweile wartet das mikrotext-Verlagsprogramm mit einem Essay von Alexander Kluge (Die Entsprechung einer Oase) ebenso auf wie mit Übersetzungen syrischer Gegenwartsliteratur. Renommierte Schriftsteller wie Franzobel (Steak für alle) veröffentlichen neben jüngeren Entdeckungen wie Stefanie Sargnagel (In der Zukunft sind wir alle tot) oder dem in Österreich noch kaum bekannten gebürtigen Burgenländer Stefan Adrian, der sich unter dem Titel Der Gin des Lebens im poetischen Genre Drinklyrik umtut und bei mikrotext sein Romandebüt Bluffen vorlegte. Beim ersten Buch von Puneh Ansari handelt es sich um einen jener Titel, die parallel in gedruckter und digitaler Form erschienen sind. Nicht unerwähnt bleiben sollen die kleinen Zeichnungen Ansaris, die die betexteten Papier- und Bildschirmseiten hier und da ergänzen – oft aus dem Feld der fantastischen Fauna.

Petra Nachbaurs Fazit zum Buch ist dann auch ein bisschen im Stile von Ansaris Texten gehalten, mit Einschüben, Klammern, und es ist, darüber freut man sich auch, sehr gut:

(das buch soll fad sein hab ich gehört) heißt es bei Puneh Ansari einmal, im Zusammenhang mit Ernest Hemingway – genau gesagt: mit Hemingway lesenden Huskies. Diese in Klammern gesetzte Meldung (einer Meldung) wird in Bezug auf Ansaris Erstling Hoffnun‘ nicht die Runde machen. Eher unfad!


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